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... und jedermann erwartet sich ein Fest."

Ein solches Großprojekt ist nicht ohne Hilfe von außen zu stemmen – wir brauchen Ihre Unterstützung!

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Grusswort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Goethes „Faust“ als Teil des Schulkanons ist den meisten Menschen bekannt, und viele Schülergenerationen haben den „Osterspaziergang“ oder andere Passagen auswendig gelernt.

Beim inklusiven Faust-Projekt der Gemeinschaft Altenschlirf steht die aktive, kreative Aneignung des Stoffs aus beiden Teilen des „Faust“ im Mittelpunkt. Etwa 80 Mitwirkende werden über ein Jahr daran arbeiten: Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende der Gemeinschaft, Teilnehmende aus der Fachklinik Melchiorsgrund sowie Einwohnerinnen und Einwohner aus den umliegenden Dörfern.

Gern habe ich die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen, dessen oberstes Ziel das künstlerische Gemeinschaftserlebnis von Menschen mit und ohne Behinderung ist. Ich bin davon überzeugt: Der inklusive Ansatz ist eine Bereicherung, er kann neue Möglichkeiten und Ansätze bieten. Szenen wie Auerbachs Keller oder die Walpurgisnacht erscheinen mir geradezu prädestiniert dazu, mit den unterschiedlichsten Ausdrucksformen und Bildern zu arbeiten.

Nach dem großen „Zauberflöten“-Projekt im Jahr 2007 und „Peter und der Wolf“ im Jahr 2013 zeigt die Gemeinschaft Altenschlirf erneut, wie es gelingt, mit Begeisterung das eigene kreative Schaffen in einer heterogenen, inklusiven Gemeinschaft einzusetzen.

Dem Faust-Projekt wünsche ich in allen Proben- und Aufführungsphasen viel Erfolg sowie engagierte Mitstreiter und Unterstützer!

Ihre
Verena Bentele
Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen


Grusswort

Goethes Faust ist nicht nur das prominenteste Werk mitteleuropäischer Geistesgeschichte. Es ist ein Dokument menschlicher Entwicklung. Wer es aufführt und wer es anschaut kann erleben, was Menschsein heute heisst: einsam sein, den Sinn seines Lebens suchen, in Krisen kommen, Schuldig werden, die Verzweiflung kennen lernen – und doch nicht aufgeben, sondern weitergehen und der Entwicklung vertrauen. Bewegend ist aber auch, wie deutlich Goethe zum Ausdruck bringt, dass Gott und Teufel an diesem menschheitlichen Entwicklungsgeschehen grösstes Interesse haben – ja dass die geistige Welt uns viel näher ist, als wir oft meinen.
Die Gemeinschaft Altenschlirf hat die Initiative ergriffen, den Faust zur Aufführung zu bringen und sich darauf über ein Jahr hin vorbereitet. Über 80 Personen sind an diesem Theaterprojekt beteiligt:
Bewohner und Mitarbeiter der Gemeinschaft Altenschlirf sowie der Freien Lebens- und Studienstätte Melchiorsgrund und Anwohner der umliegenden Gemeinden, welche sich auf eine Zeitungsanzeige hin gemeldet haben.
Es ist so ein Werk entstanden, dass wesentliche Linien der Gesamthandlung von Faust I und II in einer Spielzeit von vier Stunden zur Darstellung bringt.

Das Schlosstheater Fulda war bereit, dieser Aufführung über den Wilhem-Meisetr-Saal der Gemeinschaft Altenschlirf hinaus einen würdigen Rahmen zu geben. Durch den inklusiven Charakter der Inszenierung (beispielsweise wird mit dem „Gretchen“ eine der Hauptrollen ganz durch eine Bewohnerin der Gemeinschaft Altenschlirf gespielt) ist dies sicher auch für das Schlosstheater ein ganz besonderes Ereignis. Es kann der Theaterpädagogin Almut König, den Spielerinnen und Spielern so wie der Gemeinschaft Altenschlirf nicht genug gedankt werden, sich mit Goethes Faust an die Öffentlichkeit zu wagen – und uns alle mit einem einmaligen Theatererlebnis zu beschenken.

Möge dieses Ereignis in uns weiterwirken und im Sinne Goethes unsere „bessere Seele“ wecken und stärken!

Dr. med. Michaela Glöckler
Medizinische Sektion am Goetheanum
Freie Hochschule für Geisteswissenschaft
Dornach/Schweiz


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich über die Gelegenheit anlässlich der Durchführung des Faustprojekts der Gemeinschaft Altenschlirf ein Grußwort schreiben zu dürfen.
Als ich von dem Theaterprojekt hörte, war meine spontane Idee, bei einer Probe zum Faust II dabei sein zu können. Leider ließ sich dies nicht verwirklichen. Auf der Internetseite des Projekts ist zu lesen, dass „die Figur des Faust als modernes Bild für das menschliche Streben nach Erkenntnis steht – und zugleich auch als Beispiel für menschliches Scheitern und Verführbarkeit“ Ist. Weiter wird gefragt: „Wie können wir Menschen unseren Lebensweg so gestalten, dass wir nach dem Guten streben und in Entwicklung bleiben?“
Das Nachdenken über die Frage begleitet mehr oder weniger alle Menschen ein Leben lang. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch behindert ist oder nicht. Indem das Theaterprojekt die Gelegenheit bietet, dieser Frage nachzuspüren, kann Entwicklung eines jeden Einzelnen erfolgen. Dies ist, so haben die Initiatoren berichtet, auch geschehen: Im Projekt haben Bewohner _innen mit Behinderungen, Mitarbeiter_innen und Mitarbeitern aus der Gemeinschaft Altenschlirf wie auch Bürger_innen aus dem Vogelsbergkreis und Bewohner_innen der Einrichtung Melchiorsgrund zusammen über ein Jahr geprobt; sie haben auch zum Teil Kostüme und Masken gemeinsam gefertigt. Es sind Freundschaften entstanden sind, die über das Projekt hinausreichen. Das Projekt hat nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zu Veränderungen und damit zu Taten geführt, ganz wie es auch Ziel des Projekts war.

Das Projekt steht für mich damit auch für den Geist, der auf der Jubiläumsveranstaltung im Mai diesen Jahres deutlich spürbar war: die Gemeinschaft Altenschlirf will das Leben für und mit Menschen mit Behinderung stetig verbessern. Diese Verbesserung soll wo möglich gemeinsam mit den Menschen aus der Region Vogelsberg erfolgen.

Der Paritätische wünscht der Gemeinschaft Altenschlirf, dass sie auch für die nächsten 33 Jahre in diesem Sinne weiterhin so erfolgreich tätig ist.

Brigitte Roth
Referentin Behindertenhilfe/Soziale Psychiatrie
Paritätischer Landesverband Hessen e.V.